VIETNAM Emotional, schön und gegensätzlich

 

VIETNAM

Emotional, schön und gegensätzlich

Ursprünglich war die Idee, einen kulinarischen Reisebericht über Singapur und Vietnam zu schreiben. Der nicht so alltägliche Anlass dafür war, als libanesische Mezze-Kochlehrerin aus der Schweiz für eine Woche in Singapur den Asiaten die Küche aus der Levante näher zu bringen. Im Anschluss reiste ich mit meinen 9- und 7-jährigen Jungs durch ganz Vietnam. Der Kleine mochte die berühmte vietnamesische Küche ganz gerne, doch der Grosse war erleichtert, dass er sich in den grösseren Städten wie Hanoi und Saigon seine geliebten „Spagos mit Bolo“ einverleiben konnte.

So wurde aus dem kulinarischen Bericht eine Reportage mit persönlichen Tipps über ein faszinierendes Land, dessen Menschen und Natur es mir und auch meinen beiden Jungs angetan haben.

Take off

Ein klein wenig Gourmet-Luxus „in the air“ durfte bereits zum Anfang der Reise sein, nämlich als ich alleine nach Singapur flog (als Mutter auch einmal alleine zu fliegen ist ja bereits ein Luxus; das können andere wohl auch unterschreiben).

Wenn man eine Sinnesreise durch Vietnam bereits in dem fliegenden Gourmetrestaurant von Singapore Airlines beginnen darf, dann schwebt man wortwörtlich im siebten Himmel. Dank dem „Book the Cook“ Service wurde auch mein Gourmetgaumen mit feinstem Essen auf 11’000 Meter Höhe verwöhnt.

Book the Cook-Speisen werden von renommierten Küchenchefs speziell hergerichtet und kreiert. 24 Stunden vor Abflug durfte ich mich also für ein zart gegrilltes Rindersteak mit Ofenkartoffeln, jungem Gemüse, Sauerrahm an hausgemachter Kräuterbutter entscheiden. Ah, ein Traum! Nicht nur das Essen war sensationell, auch der berühmte Service der Singapore-Crew.

Das schöne beim Businessfliegen: Man trifft fast immer spannende Menschen. Manchmal ist es aber nicht der Sitznachbar, sondern ein Angestellter: Mit dem Singapurer Faizal, (mein) Maître de Cabine auf diesem Flug, habe ich mich während des langen Flugs fast ein wenig angefreundet, sodass er daraufhin sogar meinen libanesischen Mezze Kochkurs besuchte. Als Gegenleistung lud er mich zu einem unvergesslichen und veritablen Essensrundgang durch Singapurs Gassen ein.

In Singapur ist Essen sehr wichtig. Überall wimmelt es von Foodständen mit verführerisch einladenden Gerichten, wo man manchmal nicht weiss (oder nicht wissen mag), was sich hie und da auf dem Grill oder im Topf befindet. So führte mich Faizal durch „little India“ im Tekka Market. Ein Sinnesrausch der Düfte und Eindrücke! Ein wahres Must für alle, die den Stadtstaat besuchen wollen. 

Hanoi

Nach einer Woche als Mezze-Coach in Singapur stiessen dann endlich auch meine beiden Jungs zu mir. Zusammen gings als erste Station erst mal mit dem Flieger nach Hanoi, Vietnam. Und schon die ersten Eindrücke waren überwältigend. Bereits Vietnams Mobilitäts- und Strassenverkehrsregime brachte uns ins Grübeln – und ins Schwitzen gleichermassen: Man stelle sich vor, drei Landeier vom Zürisee versuchen die permanent von tausenden von Mopeds überquellenden Strassen heil zu überqueren… Daher mein Tipp: Heften Sie sich den Einheimischen auf die Fersen und folgen Sie ihnen durch den verrückten Roller-Fluss der Strassen. Denn die schaffen es, dass sich der Verkehr wie von Geisterhand um Sie herum öffnen wird.

Must do’s Hanoi:

  • Than Lang Water Puppet Theater besuchen
  • Mit den Einheimischen zusammen am Hoan Kiem Lake tanzen und Sport treiben
  • Mit dem Cyclo durch die Altstadt chauffiert werden
  • Übernachten: im komfortablen Golden Cyclo Hotel im alten Stadtteil: www.goldencyclohotel.com/

Halong Bay – Weltnaturerbe

Die dreistündige Fahrt mit dem Bus nach Halong lohnt sich allemal. Denn bei Ankunft ist die Belohnung einzigartig und atemberaubend schön. Sobald man die Zimmer der Tschunke bezogen hat, fühlt man sich wie eine Königin zu Kolonialzeiten.

Übernachten und Tour mit Gray Line Cruises: http://www.graylinehalong.com/

Hue – die kulturelle Perle in der Mitte

Mit dem Flieger von Hanoi nach Hue ist es ein Katzensprung. Vor Ort nahm uns ein Tour Guide sowie ein Chauffeur unter ihre Fittiche und entführten uns vom Flughafen weg in das geschichtsträchtige Hue.  Wenn ich ein einziges Wort für die ehemalige Hauptstadt Vietnams finden müsste dann dieses: imposant!

Must sees Hue:

  • Zitadelle des Kaisers der Nguyen Dynastie mit der verbotener Stadt.
  • ThienMu pagoda, Mausoleum vom König Khai Dinh
  • Drachenboot auf dem Parfume River
  • Übernachten: Hue Riverside Boutique Hotel http://hueriversideresort.com/; Tipp Unbedingt 60 Minuten Massage für USD 27.00 buchen!

Danang

Die vierstündige Fahrt von Hue über den Wolkenpass nach Danang ist schlicht und ergreifend atemberaubend und spektakulär. Das Klima ändert sich schlagartig, sobald man im modernen und ruhigeren Danang angekommen ist.

Dort befindet sich übrigens auch der berühmt „China Beach Strand“. Die GI’s haben diesen während dem Vietnamkrieg zum Surfen besucht.

Must sees Danang:

  • Marmorberge mit der grossen Tempel Grotte

 

Hoi An

Danach geht’s weiter in das unglaublich romantische Hoi An. Es lädt ein zum Flanieren – insbesondere am Abend, wo einem gefühlte Hunderte von bunten Lampions und Lichtern den Weg durch die Stadt weisen und zum Einkauf in einem den kunterbunten Marktläden animiert. Hoi An ist aber nicht nur der ultimative und paradiesische Tipp für Verliebte.

Auch Hoi Ang wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Anhand der unzähligen gut erhaltenen historischen Gebäude kann man sich selbst heute noch gut vorstellen, wie es in der ehemaligen südostasiatischen Handelshafen zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert zu und her gegangen sein muss.

Übernachten: Hoi An Boutique Resort www.boutiquehoianresort.com

Six Senses Ninha van Bay Resort

Bereits um 05.00 Uhr hiess es Aufstehen, Packen –  und ab zum Flughafen Richtung Süden – nach Na Trang. Am Flughafen nahm uns bereits vor der Gepäckaufnahme eine Angestellte des Six Senses Ninh van Bay Resorts in Empfang. 45 Autominuten später befindet man sich in Na Trang von wo aus es mit einem Speedboot in die Bucht des wohl schönsten Resort Vietnams geht.

Die Ankunft war paradiesisch – keine andere Beschreibung umfasst das ansonsten annährend, was einem das perfekt in die Natur eingebettete Resort dort zu bieten hat. Robinson Crusoe-Feeling inklusive! Zu unseren Füssen der warme, goldene, feine Sandstrand, in unserem Rücken die sanften, beschützenden Berge. Das schöne im Six Senses: Das familienfreundliche Resort bietet mit seinen 58 Pool Villas, Bars und verschiedene Restaurants, die lokale und internationale Spezialitäten mit exzellentem Seafood anbieten, selbst in ausgebuchtem Zustand noch genügend Privatsphäre und Ruhe.

http://www.sixsenses.com/resorts/ninh-van-bay/accommodation/villas-and-suites 

Na Trang

Gerne wären wir noch länger im Paradies geblieben, doch wir wollten noch weitere Städte und Landschaften dieses faszinierenden Landes sehen. Eine Nacht verbrachten wir noch in Na Trang, welches sich nach dem Robinson Crusoe-Paradies fast schon als Kulturschock beschreiben liesse. Na Trang bietet wohl einen Kilometer langen Sandstrand, doch dieser liegt direkt hinter der Hauptstrasse, die laut und hupend diese eigentlich so faszinierende Idylle zerstört. Die Hoteltürme stehen eng nebeneinander und beherbergen Touristen, die offensichtlich weniger an der alten Kultur Vietnams interessiert sind, sondern viel mehr an Drinks & Parties. Ein bisschen betrübt reisen wir hinfort und erreichen einen Tag später das quirlige, ursprüngliche Dalat.

Übernachten: Sheraton Nha Trang, schon wegen dem Pool und der Aussicht www.sheratonnhatrang.com

Dalat

Unser neuer Tour Guide und Driver „Rocky“ holte uns in den frühen Nachmittagsstunden im Hotel ab. Sogar die Angestellten des Sheratons Na Trang strömten herbei, als sie unser Transportmittel erblickten: Einen Jeep, ohne Türen, ohne Dach, Jahrgang 1971, der einem US-Officer während dem Vietnamkrieg gedient hat, hellblau angestrichen, und gefahren von einem Vietkong! Das muss man sich einmal historisch betrachtet reinziehen! Tja, für die Jungs ein Freudentanz, für die Mutter ein imaginärer Affentanz. Doch es blieb mir nichts anderes übrig, als in den „schicken GI-Schlitten“ zu steigen und mich voll gespieltem Enthusiasmus auf die kurvenreiche vierstündige Fahrt in die Berge nach Dalat zu freuen. Da ich wieder von einer bequemen Limousine ausgegangen war, dachte ich nicht daran, warme Kleider und Jacken mitzunehmen. Dalat liegt auf 1500 Meter Höhe ü.M., wo es am Abend sehr frisch werden kann.

Es war wahrhaftig eine Abenteuerfahrt. Mit dem Bus wären wir nie durch solch unberührte Dörfer gefahren oder hätten gar angehalten. So konnte man ein Gespür für das ursprüngliche Vietnam entwickeln und das Land in seiner prachtvollen Authentizität kennenlernen. Wer urgewaltiges, sattes Grün mag ist hier genau richtig.

Leicht durchgefroren erreichten wir einige Stunden später das Bergstädtchen Dalat mit seinen 190’000 Einwohnern. Eine Stadt, umsäumt von gewaltigen Wäldern, rauschenden Flüssen, Wasserfällen und still daliegenden Seen. Kein Wunder wird Dalat mitunter wegen seines milden Klimas und der wilden Natur auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt. Dalat besitzt übrigens sogar einen kleinen modernen Flughafen, von welchem aus wir am Folgetag weiter nach Saigon/Ho Chi Minh City flogen.

Must sees Dalat:

 

Saigon / Ho Chi Minh City

Saigon ist modern, pulsierend, in ständiger Bewegung, scheint keine Sekunde stillstehen zu wollen. Diesen Anschein hat man, wenn man mittendrin an bester Lage wohnt, und zwar an der prächtigen Allee Nguyen Hue Boulevard. Hinter der fast perfekt scheinenden Strasse, entdeckt man wiederum das alte und ärmliche Saigon. Saigon konnte ich selber irgendwie nicht richtig fassen: Es ist so modern, unwirklich – und doch präsent in meiner Erinnerung.

Must sees Saigon/Ho Chi Minh City:

  • Nichts für schwache Nerven: Das Kriegsmuseum
  • Übernachten: Rex Hotel – bester Mojito auf dem Rooftop www.rexhotelvietnam.com

Abschliessend mein Tipp: Vietnam im Norden beginnen und Richtung Süden reisen. Denn das ursprüngliche Hanoi sollte man als Erstes besuchen, und sich Saigon als Back to Modern am Ende dieser faszinierenden Reise gönnen.

Weiterführende Informationen:

Meine Reise wurde von dem einheimischen Reisebüro Spirit Travel aus Ho Chin Minh sorgfältig und professionell zusammengestellt. Die Besitzerin des Reisebüros, My Dung, geht auf jeden Wunsch ein und ist in Sachen Genauigkeit und Präzision wie ein kleines Schweizer Uhrwerk: www.spirittravel.com.vn .

Text & Fotos: Jessica Mor Camenzind, Mitarbeit Sandra-Stella Triebl

Ho Chi Ming - Saigon

Ho Chi Ming – Saigon

Hanoi

Hanoi

Halong Bay

Halong Bay

Hue Riverside Boutique Hotel

Hue

Hue ThienMu pagoda, Mausoleum vom König Khai Dinh

Hue ThienMu pagoda, Mausoleum vom König Khai Dinh

Hue und die verbotene Stadt

Hue und die verbotene Stadt

Hoi An

Hoi An

Six Senses Ninh Van Bay Resort

Six Senses Ninh Van Bay Resort

Na Tran Sheraton Hotel

Na Tran Sheraton Hotel

Na Trang

Na Trang

Dalat

Dalat

Saigon / Ho Chi Minh City Rex Hotel

Saigon / Ho Chi Minh City Rex Hotel

Saigon / Ho Chi Minh City

Saigon / Ho Chi Minh City

Saigon / Ho Chi Minh City

Saigon / Ho Chi Minh City

Singapore Airlines Book a Cook

Singapore Airlines Book a Cook

Na Trang nach Dalat

Na Trang nach Dalat

Rocky - unser Driver von Na Trang nach Dalat

Rocky – unser Driver von Na Trang nach Dalat

 

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