6. Dezember 2010

Immer wieder hört man (oder eher: frau?!) von dem sagenumworbenen Mann, der sich als Frauenversteher „brüstet“. Gibt es den wirklich? Oder existiert solch eine Spezies bloss in unserer weiblichen Fantasie oder macht frau gar einen eMannzipPotenziellen Denkfehler?

Dabei werden Frauenversteher häufig ja auch synonym verstanden als Softies, Warmduscher, Weicheier, Um-Erlaubnis-Frager, etc. Ziemlich fies, für einen solcherart (feminisierten?) Mann, der die Nöte, die Fragen, die Gedanken der Frauen versteht (oder zumindest glaubt zu verstehen) und mit diesen so schön mitleiden kann.

Ich frage mich heute aber, existieren eigentlich auch „Männerversteherinnen“? (NB: die maskuline Form „der“ Männerversteher habe ich gedanklich einmal ausgelassen …)

Sofort habe ich das Wort Frauenversteher bei Google eingegeben und ganze 65’200 Ergebnisse gefunden! Und ich dachte: Toll! Wow!
Doch dann die Ernüchterung: Gibt man „Männerversteherin“ ein, erscheinen nur vergleichsweise mickrige 25’900 Einträge! (NB: vom ‚eigengeschlechtlich-maskulinen „der Männerversteher“ übrigens sogar nur lausige knapp 300…!)

Auf unserem Planeten wohnen derzeit knapp 8 Milliarden Menschen.
Das Geschlechtsverhältnis Männer zu Frauen beträgt in Industrienationen im Allgemeinen rund 0,9 zu 1,0, was in der geringeren Lebenserwartung der Männer begründet ist.

Wie ist es also möglich, dass obwohl es mehr Frauen auf der Welt gibt, die Anzahl Männerversteherinnen um so viel tiefer liegt als die der Frauenversteher?

– Sind die Übermütter der Ödi“pussis“-Söhnchen Schuld, dass diese uns eher verstehen im Vergleich zu einem Macho-Sohn?
– Brauchen wir Frauen die Männer weniger zu verstehen, weil uns die Männer zu verstehen geben, dass es nichts zu verstehen gibt?
– Oder liegt es am Ende doch (wieder einmal) ganz alleine an uns Frauen? Da wir STÄNDIG reklamieren müssen, wie unverstanden wir uns fühlen, wie unsensibel die Männer doch gegenüber unseren täglichen Problemen sind?

Paradoxerweise reklamieren wir Frauen dann aber wiederum, wenn uns die Männer zu nahe kommen und sich in eine weibliche Internetcommunity einmischen (vgl. z.B. http://www.blaaablaaa.com; Gruppe: Klatsch und Tratsch)

Fazit: Uns Frauen kann man(n) es einfach nie recht machen. Ist einfach so. Immer gibt’s was zu motzen! Und für das entschuldige ich mich an dieser Stelle einmal* offiziell bei unseren Testosteron geladenen Mitwesen! (also wohlgemerkt: nur dieses eine Mal! )

Also, liebe Leserinnen und Leser, ich oute mich hiermit:

Ich bin eine „Männervesteherin“! Ich verstehe das männliche Geschlecht mittlerweilen so gut, dass ich voller Stolz sagen kann: Ich bin ein schwuler Mann, gefangen im Körper einer Frau!

Advertisements