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Seit ein paar Jahren ist das Thema Botox, Hyaluronsäure und Co nicht nur in den Medien präsent, sondern immer wieder ein fester Bestandteil eines Frauenabends. Nicht, dass es das Hauptthema wäre, doch angesprochen wird es meistens, da es durchaus zu einem persönlichen Reizthema werden kann.

Seit Beginn stand ich klar auf der Kontraseite, da mich dieser Trend überraschte aber auch nachdenklich stimmte. Ich fragte mich, warum dies Frauen über sich ergehen lassen, zumal sie (notabene die Frauen die ich persönlich kenne) es doch überhaupt nicht „nötig“ hätten.

Doch seit wenigen Tagen denke ich nicht mehr über die Frauen nach, die sich aus Überzeugung mit den verschiedensten Mittel aufspritzen lassen, sondern über die reiferen Damen (ist man um die 40 reif?) die es nicht tun!

Erst kürzlich war Botox und die Schönheitschirurgie an einem Frauenabend ein Thema. Ich meinte, dass ich es sehr wohl verstehen kann, wenn sich eine Frau die Brüste vergrössern will. Einige leiden nach der Geburt der Kinder unter den hängenden Hautlappen die auch mit Pushups, Wonderbras und kleinen Tricks nicht mehr die Wirkung des Superweibs erzielen. Da meinte eine Mitanwesende, dass Botoxspritzen und die Brustvergrösserung doch das selbe sei, wie ich bloss gegen Botox sein könne, die Brustvergrösserung jedoch gut heisse. Meine Antwort kam schnell: ich führe doch keine Konversationen mit Brüsten!

Und genau um das geht es doch! Denn als ich vor paar Tagen eine gute Freundin in ihrem Coiffeursalon besuchen wollte, stand sie sehr konzentriert bei einer Kundin, schaute kurz auf, sah mich ohne was zu sagen an und ich wusste, ups, ist wohl besser wenn ich später oder vielleicht erst in paar Jahren wieder vorbei schaue.

Das nenne ich die Schönheit der nonverbalen Kommunikation. Ich wusste sofort und instinktiv, dass der jetzige Zeitpunkt nicht der richtige war, weil es mir ihr Gesicht verriet. Ich möchte doch wissen, was in meinen Freundinnen vorgeht. Durch Facebook, Twitter, SMS, whats up und co liest man ja täglich wie die Leute drauf sind ohne ihre lieblichen oder genervten Gesichtszüge zu sehen. Und wenn ich mit Frauen face to face spreche, die nachts um 1.00h immer noch fit aussehen aber sagen wie müde sie sind, dann stimmt das Gesprochene mit dem Ausdruck nicht überrein. Doch wie gesagt, ich nehme mir von nun an mehr Zeit mir Gedanken über den natürlichen Ausdruck und den Menschen zu machen als über die glatten und faltenfreien Mimiken. Ich bin ehrlich, auch tolle, lustige, interessante Frauen, die nachhelfen, sind ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben die ich nicht missen möchte.

Jedoch bin ich der festen Überzeugung, Menschen „lesen“ zu können ist bereichernd und kann in manchen Situationen, wie bei meiner obengenannten Freundin, Freundschaftsrettend sein.

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