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Bei diesen schrecklichen Bilder, die uns seit sechs Jahren aus Syrien erreichen, kommt immer wieder die Frage auf: „Was können wir bloss tun, wie können wir helfen? Wir sind erschüttert, wir sind am Boden zerstört. Wir sind „ohne“ Macht, denn die Politker dieser Welt ist deren Macht wichtiger wie Kinderleben, sie könnten handeln doch sie tun es nicht!“
Auch ich bin oft fassungslos und laufe wie ein Tiger im Käfig hin und her und denke, wie wir noch mehr helfen können, wie wir noch mehr positiven Einfluss ausüben können, noch intensiver vor Ort und in den Nachbarländer Hilfe leisten sollten, noch kraftvoller in den Camps anpacken müssen.
Und dann kommt mir ein Funken Hoffnung entgegen. Eine kleine Antwort, die kurzfristig gesehen nicht wirklich „erlösend“ ist, doch langfristig vielleicht eine kleine Änderung mit sich bringen könnte.
 
Redet! Spricht mit Euren Kindern, mit Euren Patenkindern, mit Euren Enkelkinder darüber. Involviert sie in Eurem Gedankengang. Zeigt die Bilder von der Katastrophe! Schützt Eure Kinder nicht vor der Realität, die 3 Stunden Flug von hier passiert. Erkärt ihnen welche humanitäre Katastrophe vor sich geht. Seid nicht zu politisch, aber versucht trotzdem aufzuzeigen, dass nichts tun genau so ein Verbrechen ist, wie Bomben auf Menschen abzuwerfen.
Ich denke zwar nicht, dass meine beiden bald Teenager-Jungs es momentan als „Glück“ empfinden, eine Mutter zu haben die sich voll und ganz für syrisiche Flüchtlinge im Libanon einsetzt. Sie begleiteten mich zwar letztes Jahr in die Flüchtlingscamps im Libanon und bekamen hautnah mit, was es bedeutet auf der Flucht zu sein und unter katastrophalen Verhältnissen in einem kleinen undichten, provisorischen Zelt ohne Wasser, Bett, Sofa, Küche, Bad, etc mit 10 anderen seit Jahren zu leben. Ich lehre meinen Jungs auch, diese beiden Extrem-Welten nicht miteinander zu vergleichen. Sie, ich und unsere Freunde dürfen hier in der 1. Welt sehr wohl Luxusprobleme besitzen, man darf niemanden verurteilen, dessen Handy zb. grad nicht funktioniert. Doch eine gewisse Bessinung und Demut tut ihnen gut und lässt sie die Welt mit anderen Augen sehen.
 
Ich hoffe sehr sehr tief in meinem Herzen, dass sie meine offene Art mit ihnen über die Welt zu kommunizieren nutzen, um in Zukunft für die Gerechtigkeit friedlich zu kämpfen. Nicht wegschauen, sondern aufstehen und reden und für eine Gute Sache einstehen. Denn ich glaube an die Macht des Positiven und an unsere Kinder, die es in der Hand haben die Welt zu verbessern! Redet. Schaut nicht weg. Danke.
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